Ich bin vor drei Jahren von zuhause ausgezogen und habe die Wohnform des „betreuten Wohnen's“ gewählt.

Ich habe eine eigene Wohnung in Villingen gemietet und werde von Betreuern unter der Leitung der Caritas betreut.

Mit mir wohnen noch fünf weitere Personen mit handicap in diesem Haus, jeder in seiner eigenen Wohnung.

Wir machen sehr viel gemeinsam, aber jeder kann sich in seine Räumlichkeiten zurückziehen, wenn er das möchte.

So sind wir zusammen, wie in einer WG,  doch jeder hat seine Privatsphäre. Das finde ich sehr cool.


Mir ist es sehr wichtig, dass ich über mich selber bestimmen kann. Ich möchte zum Beispiel abends nicht ungefragt ins Bett gesteckt werden. Das geht gar nicht. Auch möchte ich selber bestimmen, wie ich meine Freizeit gestalte.

In unserer WG gibt es keine starren Zeiten. Das finde ich schön. Wir bekommen auch nicht einfach ein Essen vorgesetzt, sondern wir besprechen, was wir einkaufen und was wir kochen. Ich habe es früher auch schon einmal anders erlebt und das war sehr schlimm für mich. Ich möchte nicht fremdbestimmt leben. Außerdem ist es wichtig für mich, dass mir das Höchstmaß an Unabhängigkeit und Behinderte werden von Außenstehenden oft unterschätzt und nicht ernst genommen. Auch diese Erfahrung habe ich schon oft gemacht. Als Behinderter wirst du oft nicht selber angesprochen, sondern man spricht die Begleitperson an. Viele glauben, weil ich im Rollstuhl sitze und nicht sprechen kann, dass ich auch nichts verstehen würde. Das ist ein Irrtum. Mir entgeht fast nix!


Mir ist wichtig, wie alle anderen Menschen behandelt zu werden und nicht übergangen und unterschätzt zu werden.

Man kann sich mit mir über den Talker ganz prima unterhalten. Man muß sich nur die Zeit dazu nehmen.


Ich bin froh, in meiner WG selber Entscheidungen treffen zu können. Meine Betreuer nehmen sich die Zeit für mich und geben mir die Unterstützung, die ich brauche.


Selbstbestimmung ist für mich ein wichtiges Thema. Niemand möchte übergangen werden.

Auch behinderte Menschen nicht. Fremdbestimmung und Bevormundung finde ich schrecklich.

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